#1 BO HANSSON von akri 31.07.2015 13:14

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BOLLE (BO) HANSSON

war ein schwedischer Musiker (1943 – 2010), der sich zunächst das Gitarrenspiel beibrachte und in einer Band namens Rock-Olga spielte. Später trat er der 'Slim' Notini's Blues Gang bei und gründete dann seine eigene Bluesband „The Merrymen“ (die u.a. mit den Rolling Stones auf Skandinavien-Tour gingen)

Nachdem er 1966 einen Auftritt des Jazzorganisten Jack McDuff sah, entschied er sich, die The Merrymen zu verlassen und kaufte sich eine Hammond-Orgel. Gemeinsam mit dem Drummer Janne Carlsson gründete er die Band Hansson & Karlsson. Drei Studio-Alben wurden veröffentlicht:

1967 Monument
1968 Rex
1969 Man at the Moon
1998 Hansson & Karlsson (eine Kompilation)
2010 For People in Love 67–68 (studio & live recordings)



Jimi Hendrix wurde auf die Band aufmerksam und jammte mit ihr; zudem nahm er den Hansson Song "Tax Free" auf. 1969 wurde der Drummer Carlsson zu einem erfolgreichen Comedian und Fernsehunterhalter und Hansson beendete die Partnerschaft.
Unter dem Eindruck von J.R.R. Tolkiens „The Lord of the Rings“ begann Bo Hansson Songs zu schreiben. Gemeinsam mit dem Drummer Rune Carlsson und dem Techniker Anders Lind nahm Bo Hansson 1969 sein Solo-Debutalbum auf einer geliehenen 4-Spur-Maschine auf. Techniker Lind hatte aber auch Zugang zum damals einzigen schwedischen 8-Spur-Rekorder (Staatsradio).


Sagan Om Ringen“ erschien 1970 und wurde ein großer Erfolg. Einige Kopien gelangten auch noch Großbritannien und Tony Stratton-Smith veröffentlichte das Album auf seinem Charisma-Label dann 1972 unter dem internationalen Titel „Music Inspired by Lord of the Rings





Hansson arbeitete danach im Stockholmer Studio Decibel am Nachfolgealbum. Das Team wurde um den Gitarristen Kenny Håkansson erweitert. 1972 erschien mit „Ur Trollkarlens Hatt“ das zweite Album, das Charisma 1973 unter dem Titel „Magician's Hat“ veröffentlichte. Der kommerzielle Erfolg blieb aber aus.




Eine Tour wurde von Hansson wieder gecancelled, da er wenig motiviert war. Statt dessen ging er erneut mit seinem Team ins Studio, um das Album Nr. 3 aufzunehmen. „Mellanväsen“ erschien 1975 und Charisma veröffentlichte es 1976 in Großbritannien als „Attic Thoughts“. Auch diesem Album blieb jedoch der Erfolg verwehrt.




1976 trennte sich Hansson von seinem Label Silence Records und schloß einen weltweiten Deal mit Charisma ab. Hansson ging wieder ins Studio Decibel und startete die Aufnahmen zum vierten Album; diesmal inspiriert von Richard Adams Watership Down. 1977 als „El 'Ahrairah“ veröffentlicht (international als „Music Inspired by Watership Down“) war auch dieses Album nicht sehr erfolgreich und Bo Hansson zog sich aus der Musikszene zurück.




1983 erschien mit „Reflection“ eine Kompilation mit Tracks aus den ersten drei Alben.

1985 erschien mit Mitt I Livet (In the Middle of Life) noch ein weiteres, aber nur in Schweden veröffentlichtes, Album. Dann wurde es still um Hansson.



1988 erschien „Music Inspired by Lord of the Rings“ auf CD als remixte Version mit einigen Extratracks aus „Magician's Hat“ und „Attic Thoughts“. Erst 2005 erschienen die übrigen Alben (mit Bonusmaterial) auf CD.
1998 kam es für einige Konzerte zu einer Wiedervereinigung von Hansson & Karlsson. Ab und an gab Hansson mit dem Organisten Eric Malmberg einige Konzerte. Bo Hansson starb am 23. April 2010 in Stockholm.


Hier etwas Musik aus dem Debutalbum...

#2 RE: BO HANSSON von Der Lokus 31.07.2015 16:57

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Das Thema kommt jetzt überraschend ...

Ich habe und kenne seit Jahren nur die englische Version von Lord of the Rings. Die kann man bedenkenlos jedem Progrock-Fan empfehlen, der sphärische Keyboardklänge mag und auch Ausflüge in den Jazz nicht scheut.


Ich werde bei Gelegenheit mal den Rest anhören (sofern online verfügbar)

#3 RE: BO HANSSON von tenno 31.07.2015 17:51

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"flight to the ford" war in meiner jugend ein unverzichtbarer, wenn auch grausiger bestandteil jeder jugendheimparty. dass aber die plattencover der herr-der-ringe-phase an scheußlichkeit die dortige dekoration konkurrenzlos in den schatten stellen, war mir so nicht klar. brrrr.

#4 RE: BO HANSSON von Spaceballs 31.07.2015 20:32

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Meine "Lord" von 1993 sieht anders aus.
Ich kann aber nicht sagen, dass ich sie oft gehört hätte. Vieles Interessante habe ich seinerzeit wegen der Radiosendung "Schwingungen" gekauft, auch diese hier.
Ich habe sie als Klangbeispiel rausgekramt, als dann der erste Teil von "Herr der Ringe" ins Kino kam. Und war froh, wieder analytisch Vergleiche ziehen zu können, danach ist sie wieder im Regal verschwunden.

#5 RE: BO HANSSON von Mychael 14.08.2015 11:02

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Bo Hansson war Anfang der Siebziger einigermaßen bekannt in Deutschland – die drei Charisma-Alben hatte so ziemlich jeder, der auch die ersten Genesis- und Yes-Platten hatte. "Lord Of The Rings" profitierte womöglich davon, daß die "Herr der Ringe"-Trilogie damals erstmals komplett auf Deutsch veröffentlicht wurde (im eigens dafür gegründeten Klett-Cotta-Verlag, mit Covergestaltung von Heinz Edelmann).

Und wenn man mal die Standard-Prog-Covergestaltung vergisst, ist die Musik auf allen drei Alben größtenteils ziemlich gut und zeitlos – ähnlich wie die Eroc-Soloplatten sind das atmosphärische Instrumentals, die (wenn man die Hammond-Orgel durch Synthie ersetzt) auch von einer Eno-Filmmusik-LP kommen könnten.

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